Wissen was das Herz fühlt


 Die FSG - Freie Spirituelle Gruppe

Wir leben den Moment

        Es war 2010 und ich hatte nicht wirklich jemanden zum Reden. Ausnahmen bestätigen die Regel. Bei zwei, drei Leuten hatte ich das Gefühl, sie würden mich zumindest ansatzweise verstehen, aber bei den meisten kam nur Bla Bla an und sie stempelten mich letztlich als Phantasten oder Träumer ab. “Irgendwann muss doch die Masse in meinem Umfeld aufwachen“, dachte ich immer. Daheim fiel mir als Langzeitarbeitsloser die Decke auf den Kopf und draußen hatte ich nicht wirklich jemanden, dem ich mich anvertrauen konnte. Ich musste etwas an meiner Situation ändern. Zwar sollte man sich auch mit sich selbst beschäftigen können, aber das machte ich schließlich seit 2008 und irgendwann wird das auch eintönig. Durch den Glaubenssatz, dass sich mit meiner Bewusstseinveränderung auch das Bewusstsein der anderen ändert, schob ich nicht nur meine eigene Verantwortung auf die anderen, wie es so viele gerne tun, dadurch befand sich meine Schöpfung diesbezüglich permanent in der Zukunft und war somit blockiert. Sprich, es konnte gar nicht die gewünschte Wandlung wirken, weil die Ursache immer im Hier und im Jetzt anfängt. Vielleicht wäre diese von mir erwartete Wandlung irgendwann geschehen, aber wenn ich zurück blicke, begannen alle meine Manifestationen im Außen mit meiner Handlung im Außen. Damit will ich nicht sagen, dass das Sein alleine nichts bewirken kann – eher im Gegenteil, aber ein Haus entsteht am schnellsten und vor allem zu hundert Prozent nach eigenem ermessen, wenn man selbst Hand anlegt.

 

Herzliche Erwartungen brauchen vertrauen, denn verstandesgemäße Erwartungen blockieren die Entwicklung oder schränken sie ein.

 

Im Sommer 2010 kam mir die Idee, einen spirituellen Stammtisch zu gründen. Ich legte dafür ein eigenes Forum an, aber es tat sich nichts, obwohl ich im Netz die Information über mein Vorhaben weit verbreitete. Naja, Erwartungen hatte ich keine großen – so war ich auch nicht enttäuscht. Etwa einen Monat später rief der Internetsender Bewusst.tv das Projekt Bewusst.Treff ins Leben, was in mehreren Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz Gleichgesinnte zusammenbringen sollte. Jeder konnte so eine Gruppe gründen. Natürlich war das ein gefundenes Fressen für mich. Ich nannte die Gruppe Bewusst.Treff Rhein-Neckar und setzte einen Termin in einem vegetarischen Restaurant in Mannheim an. Anmelden musste sich keiner. Wer kommt, der kommt. Anmeldungen brauchte ich nicht. Auch später habe ich gelernt, auf meine Intuition zu hören, da sich die meisten nicht für ein Treffen anmeldeten. Nach langjähriger Erfahrung glaube ich, dass es positiv für den Erfolg eines Vorhabens ist, keine oder nur geringe Erwartungen zu haben. Auf jeden Fall spekulierte ich damit, dass schon ein paar Leute oder zumindest einer auftauchte, aber ich wurde überrascht.

 

Mein erstes Treffen war mit etwa fünfzehn Teilnehmern ein voller Erfolg und diese Treffen sollten sich in der Folge noch erweitern. Es ist erstaunlich, denn den meisten ging es genauso wie mir. Sie wollten sich austauschen, aber hatten nur sehr wenige, mit denen sie über spirituelle oder neue wissenschaftliche Themen reden konnten. Nach dem Treffen in Mannheim weitete ich unsere Treffen auch auf Heidelberg aus, ebenfalls in einem vegetarischen Restaurant. Wir trafen uns auch in Kinos, Cafés, Parks und sogar in einem Museum. Einmal mieteten wir auch einen Raum zum Meditieren, um verschiedene Wahrnehmungstherapien, beispielsweise Klangschalen, auszuprobieren. Unsere Treffen waren immer etwas Besonderes. Der Bewusst.Treff Rhein-Neckar zog nicht nur regelmäßig Menschen an, die etwa ein bis zwei Stunden Autofahrt in Kauf nahmen, wir bekamen ab und an auch Besuch aus dem Ausland – aus Südamerika und von indischen Menschen, die aus London angereist waren. Mit dem Bewusst.Treff zog ich auch meinen Job im Rosenhofzentrum an, was ich mir vorher auch nicht in der Art vorgestellt hatte. Zwar sagte ich immer, dass der Beruf, der mich braucht und den ich brauche, zu mir kommt, aber mein Verstand zweifelte stellenweise an dieser Aussage. Mit meinem dann neuen Job gab ich 2012 dann auch den Bewusst.Treff auf, um erst einmal „gesund“ in meinen Beruf hinein zu kommen.

 

Nach etwa einem Jahr wollte ich wieder eine Gruppe wie den Bewusst.Treff gründen. Allerdings wollte ich nicht in die alten Fußstapfen treten, sondern das Konzept leicht ändern. Es entstand die Freie Spirituelle Gruppe. Unser Treffpunkt war und ist Ladenburg. Ladenburg ist mit seinen Naturlandschaften einfach wunderschön zum Spazierengehen. Es gibt in der früheren Heimat der Römer und Kelten viele vorzeigbare Cafés und Restaurants. So fiel die Wahl nicht wirklich schwer, wo die zukünftigen Treffen stattfänden. Nicht selten dauern diese Treffen den ganzen Tag an.

 

Die Ursache einer Veränderung passiert immer in diesem Moment.

 

Da die Freie Spirituelle Gruppe im Frühling startete, trafen wir uns anfangs immer zum Brunchen in einem Café in der Altstadt, in dem wir draußen sitzen konnten. Ich fand es später dann passender, vor allem im Winter, unseren FSG-Tag in einem deutsch-indischen Restaurant abzuhalten. Oft zog es uns nach einem Verdauungsspaziergang noch an andere Stellen in Ladenburg. Solch ein Treffen ist immer ganz besonders und entsteht spontan – eben im Hier und Jetzt. Genau diesen Moment leben wir mit allen unseren Sinnen, und da wir alle sehr wache Seelen sind, manche von uns sprechen sogar von einer Seelenfamilie, schöpfen wir in dieser Zeitspanne die „neue Welt“, so wie wir sie haben wollen.

 

Die Freie Spirituelle Gruppe ist so angelegt, dass jeder innerhalb der Gruppe etwas Eigenes auf die Füße stellen kann. Derzeit gibt es monatliche FSG-Treffen in Mannheim. Aber eigentlich ist es gleichgültig, welchen Namen ein Kind trägt. So gibt es auch viele Treffen außerhalb der FSG und es finden immer wieder vollkommen verschiedene Menschen aus vielen verschieden Städten und Ländern zu unserer Gruppe.