Reflektionsspiele

Wissen, was das Herz fühlt



Jeder Mensch im eigenen Umfeld ist ein Spiegel, der die negativen Aspekte der eigenen Persönlichkeit beleuchtet, die oft im untersten Keller des Unterbewusstseins abgelegt wurden und vielleicht gar nicht mehr in Erinnerung sind. Für manche Menschen sind solche Spiegel-Menschen etwas Bedrohliches, weil diese Reflektionen aus unserem Unterbewusstsein die unverblümte Wahrheit sagen und augenscheinlich das sich angeeignete Weltbild zerstören können. Deswegen augenscheinlich, da es tatsächlich oftmals eine Erweiterung des angeeigneten Weltbildes ist, wenn man sich diesen Betrachtungsweise nüchtern anschaut.  Spiegel-Menschen zeigen dem Gegenüber ohne Wenn und Aber das momentane „Ich“. Das kann schon Angst einflößen, denn wer will schon andauernd daran erinnert werden, dass man nicht dem allgemeinen Schönheitsideal entspricht, auf welcher Ebene auch immer!? Natürlich geschieht dies alles auf der Unterbewussten Ebene. Trotzreaktionen und Affektreaktionen sind oft der Fall, wenn ein Mensch mit seinen unverarbeiteten Schattenseiten konfrontiert wird, die er nicht gerne sieht und schon gar nicht wahrhaben will, das es ein Teil der eigenen Persönlichkeit ist. Ein Spiegel hat die Aufgabe, alles zu reflektieren oder aufzuzeigen. Die Freunde spiegeln oft die lichtvollen Persönlichkeitsaspekte des eigenen Selbst und die ungeliebten Mitmenschen der eigenen Bewusstseinsblase eher die Schattenseiten. 

 

Spiegel werden gerne in der asiatischen Form der Gestaltung Feng Shui benutzt, um Lebensenergien zu verbreiten. In China werden sogar ganze Städte nach Feng Shui gebaut, damit die natürlichen Lebensenergien viel besser in die Gesellschaft einfliesen kann. Ich habe meine Wohnung nach Feng Shui ausgerichtet. Allerdings lasse ich in das Regelwerk Feng Shui meine Intuition einfließen. Einiger Grafiker und Werbeagenturen benutzen Feng Shui in Ihrem Marketing , beispielsweise in der Gestaltung des Firmenlogos oder der Produktgestaltung.

 

Wie gesagt, die positiven Charakter-Eigenschaften sind kein Thema, denn jeder betrachtet gerne seine innere Schönheit, aber was ist, wenn jemand das spiegelt, was man an sich ablehnt? In solchen Situationen frage ich mich oft: Bin ich so oder war ich so einmal? Wie war das damals? War ich genauso extrem? Mit dem Erkennen und Erinnern gehe ich, ohne große Energie aufwenden zu müssen, der Emotion auf den Grund und ich löse sie somit auf. Das Leben liebt Dich! Deswegen bekommt man immer wieder die Gelegenheit, die eigenen Schattenseiten oder  negative Emotionen aufzulösen und vielleicht sogar verdrängte Situationen wieder zu erinnern.

 

Allein durch die bewusste Erkenntnis, warum etwas

so ist wie es ist, kannst Du jede Situation ändern.

 

Die Reflektionen unserer positiven und negativen Eigenschaften in unserem Gegenüber sorgen im Alltag für viele Missverständnisse. Vor allem zwei gleiche Charaktere, die sich nicht wirklich etwas Böses wollen, fühlen sich oft durch den anderen verletzt, obwohl die eigentliche Handlung vielleicht sogar gut gemeint ist. Nur, was geschieht hier? Wie ich im Kapitel Das menschliche Bewusstsein schon erläuterte, strebt unser Ich-Bewusstsein nach Perfektion und verdrängt alle negativen Eigenschaften ins Unterbewusstsein. Das beste Beispiel ist unsere Stimme. Meine Verlangsamung in der Stimme merke ich für mich oftmals gar nicht. Erst wenn ich mich bei Karaoke oder einer Tonaufzeichnung selbst höre, bemerke ich meinen Stimmklang, was manchmal etwas irritierend ist. Scheinbar ergeht es den meisten Menschen ähnlich in dieser Situation.

 

Fehler zu machen, ist nur menschlich.

Wie wir mit den Fehlern umgehen, ist das Entscheidende.

 

In unserem Beispiel mit den zwei gleichen Charakteren ist der eine dem anderen ein Spiegelbild und jeder sieht seine negativen, aber auch seine positiven Eigenschaften. Allerdings fallen hier die negativen Eigenschaften mehr ins Gewicht. Unsere positiven Seiten kennen wir ja schon und nehmen sie sowieso ohne weiteres immer wieder gerne an. Unsere negativen, „dämonischen“ Eigenschaften, auch Schattenseiten genannt, sieht das Ego im Ich-Bewusstsein oder rationalen Verstand natürlich nicht so gerne, und er wehrt sich gegen dieses Spiegelbild. Wie genau, das kommt auf die Person und dessen Charakter an. Meist wird gedanklich ein frühes unverarbeitetes Muster eines Traumas wachgerufen. Während der eine eher aggressiv mit Wut und Streitsucht reagiert, geht der andere eher depressiv darauf ein, zieht sich zurück und unterdrückt den Frust – bis irgendwann das Fass überläuft und derjenige, meistens Gott sei Dank nur bildlich gesehen, Amok läuft.

                                                                                                                   

Natürlich gibt es viele verschiedene Menschen, aber jeder ist dem anderen ein Spiegelbild. Wir sind Seelen, die auf dem Weg sind, sich selbst zu erkennen und sich auf diese Weise bewusst (wieder) kennen lernen wer sie wirklich sind. Wer sich in dieser Form der Wahrnehmung üben will, für das Wiedererkennen und Wiedererlangen der ureigenen Bedürfnisse, Wünsche und Fähigkeiten gibt es viele meditationsähnliche Videos im Netz. Jene Unvollkommenheit des Egos versucht unser Unterbewusstsein auszugleichen, indem wir uns im anderen spiegelnb. Vielen ist das gar nicht bewusst, aber so kreieren wir uns unsere Welt, beziehungsweise unser Umfeld und unseren Freundeskreis. Jeder Mensch, der uns begegnet, ist ein Spiegel. Wir geben uns gegenseitig die Möglichkeit einander besser kennen zu lernen!

 

Die Eigenschaft, die mich an meinem Gegenüber stört, aufregt, ärgert und die ich an ihm anders haben will, trage ich als Aspekt auch in mir selbst. Wenn ich diese Eigenschaft kritisiere oder sogar bekämpfe, bekämpfe und unterdrücke ich in Wahrheit diesen Teil in mir und hätte es auch in mir gerne anders.

Das erleben wir doch Tag für Tag beim Smalltalk oder beim Kaffeeklatsch, wenn wir uns über Angelegenheiten aufregen, die uns eigentlich gar nichts angehen. Wobei es ein Unterschied ist, ob man sich künstlich über etwas aufregt oder eben gefühlsmäßig.

 

Die Eigenschaft, welche der Andere an mir kritisiert, bekämpft oder verändern will, habe ich nicht richtig angenommen und wenn ich mich deswegen verletzt fühle, ist mein kleines „Teufelchen“ beleidigt. Das Ego im Ich-Bewusstsein scheint noch sehr stark zu sein. Ich bin mir sicher, das kennen auch viele von ihrer Verwandtschaft oder auch von Freunden, wenn man wieder einmal seinen Freund auf seine negativen Angewohnheiten aufmerksam gemacht. Dabei ist es meistens kein Einmischen ins Leben, sondern ein Tipp, wie man es besser machen könnte. Charaktereigenschaften, die mein Gegenüber an mir kritisiert, vielleicht sogar bekämpft oder anders haben will, sind seine eigenen Eigenschaften, seine Eigenarten, die er auf mich projiziert. Das ist auch der Grund, warum die meisten andere gerne kritisieren. Oftmals spiegeln sich auch Eltern und deren Kinder, was einen so genannten Generationskonflikt auslöst.

 

Je mehr negative Eigenschaften Du für Dich annimmst, desto mehr Freunde wirst Du auch haben, denn Du spiegelst zum Großteil nur noch die positiven Eigenschaften, und wer hat solch einen energetisches Wiedersehen nicht gerne?. Natürlich kann keiner beeinflussen, ob andere Menschen im unmittelbaren Umfeld ihre negativen Eigenschaften in in der eigenen Persönlichkeit spiegeln, aber das Annehmen der eigenen negativen Eigenschaften macht es leichter, andere so zu nehmen wie sie sind. So geht es mir jedenfalls!

 

Die Eigenschaft, die mir am anderen gefällt, bin ich selbst.


  

Bald gehts weiter!!!